Physical Mediumship
- materialisierte Phänomene

ist ein Fachbegriff aus dem Englischen Spiritualismus und dient der Unterscheidung zu 'Mental Mediumship' (Jenseitskontakte). Laut offizieller Definition gehört auch Trance Healing (Geistheilen, Geistiges Heilen) zu Mental Mediumship, obwohl damit durchaus auch physische Symptome transformiert werden können.

Spirit(ual)ismus begann mit 'Physical Mediumship', also mit physisch = materiell manifestierten Phänomenen, die 'handfeste' Beweise aus dem Jenseits lieferten. Auch heute noch werden solche Phänomene, die von allen Anwesenden wahrgenommen werden können, von vielen Menschen als 'gruselig' empfunden, auch wenn sie schon vielen Betroffenen helfen konnten, den Tod lieber Menschen und die Angst vor dem eigenen Tod zu überwinden:

Sir Arthur Conan Doyle, der tatsächlich die Stimmen seiner verstorbenen Eltern in einer Seance gehört hatte, sagte nach diesem Abend: "Heute Nacht werde ich einen Mord begehen! Ich werde Sherlock Holmes zu den Akten legen und den Rest meines Lebens der Verbreitung des Spiritualismus widmen!" was er auch tat.

In öffentlichen spiritualistischen Demonstrationen und Gottesdiensten sowie in Einzel-Sitzungen wird in der Regel Mental Mediumship angeboten; Physical Mediumship ist ausgesprochenen 'physical Circles' und Seancen vorbehalten und ist auch deshalb so selten geworden, weil es viele Jahre geduldiges 'Sitting for Spirit' (stundenlanges Sitzen im Zirkel für die geistige Welt) und auch für die Demonstration einen entsprechenden Zirkel bzw. Publikum erfordert, das mit seiner ganzen Aufmerksamkeit und mit dem Herzen bei der Sache ist.

Das spirituelle Medium, das Physical Mediumship demonstriert, sitzt üblicherweise in einem 'Cabinet', einem Holz-Kabäuschen, das oben offen ist, um die Energien 'Richtung Himmel' zu kanalisieren und vorne eine Art Fenster (ohne Scheiben) hat, damit das Publikum das Medium sehen kann. Meist wird eine rote Glühbirne über dem Medium ein- und das restliche Licht im Raum ausgeschaltet. Das Medium geht dann in tiefe Trance. Die erforderliche Energie wird u.a. mit Hife der Konzentration und der Körperwärme der Anwesenden erzeugt - speziell  von denen ganz vorne, daher spüren viele Teilnehmer 'einen kühlen Luftzug im Raum'. Gefährlich kann es nur für das Medium werden, wenn weißes, nebliges Ektoplasma aus den Körperflüssigkeiten dieses Mediums gebildet wird und jemand etwas davon wegnimmt oder wenn das Medium sehr plötzlich aus dieser tiefen Trance gerissen wird (z.B. durch Kreischen von TeilnehmerInnen o.ä.). Daher sollte nur teilnehmen, wer die Hingabe dieser spirituellen Medien entsprechend achten kann. 

Beispiele für Physische Phänomene:

Transfiguration: Das Gesicht / die Gestalt eines Mediums verändert sich für alle sichtbar. Auch die Stimme kann sich total verändern, ja sogar die Sprache: Ich saß während einer Woche im AFC (Arthur Findlay College) mit einer Schottin am Tisch, die ich ohne 'Dolmetscherin' unmöglich verstehen konnte, obwohl wir beide sehr interessiert an gemeinsamen Gesprächen waren. Eines Abends gab sie eine Demonstration in tiefer Trance und sprach plötzlich astreines Hoch-Englisch, was ihr im normalen Tagesbewusstsein trotz aller Anstrengung nicht möglich war. Das ist für mich dann auch der

Beweis für tatsächliches Channelling aus der geistigen Welt.

Aus besagtem Ektoplasma wird die physische Form eines Verstorbenen gebildet - oft nur Teile (Hände, Gesicht), manchmal aber auch die ganze Gestalt, wie z.B. ein Kind, das jung gestorben war, auf diese Art und Weise der Mutter Trost, neue Lebensfreude und damit Gesundheit schenkte.

Die Stimme eines Verstorbenen kann im Raum von allen Anwesenden gehört werden. Dazu verwendet man (auch) so genannte 'Trumpets' = längliche Trichter, die mit dem großen Durchmesser nach unten aufgestellt werden. Sie erheben sich dann in die Luft, kreisen über dem Publikum und richten sich dann genau auf den Empfänger der Botschaft aus.

Apport: An einem Abend im AFC durfte ich erleben, wie Judith Seaman mit veränderter Stimme eine Botschaft für eine junge Italienerin überbrachte, deren Schwester verstorben war. Dann rief Judith das Mädchen zu sich und überreichte ihm einen wunderschönen kleinen Papierschmetterling, der sich währenddessen 'von selbst' auf ihrem Handteller manifestiert hatte. Die junge Dame war zutiefst berührt und überglücklich über diesen Beweis, zumal der Kosename ihrer Schwester 'Farfalla' (Schmetterling) gewesen war.

Spiritual Art: Die Bang-Sisters (* um 1850 in Chicago, Illinois) stellten zwei Leinwände im Raum auf - schräg gegeneinander gekippt - und ohne dass Malfarben da gewesen wären oder jemand die Leinwände berührt hätte, 'malte sich' das Bild eines Verstorbenen, der Bezug zum Klienten hatte. Solche Bilder sind heute noch erhalten. Es wird berichtet, dass eine 'Auftraggeberin' mit dem Bild nicht ganz zufrieden war und dies äußerte und als sie sich am nächsten Morgen zu Hause das Bild anschaute, war über Nacht die monierte Änderung gemacht!

Der Brasilianer Jose Medrado malt heutzutage innerhalb von Minuten Bilder, die an die Werke alter Meister erinnern. Auch das ist eine physische Manifestation, die 'sich selbst gestaltet', während gemalte Bilder von Verstorbenen in der Regel zwar in (leichter) Trance gemacht werden, aber unter Mental Mediumship fallen, weil das Medium auf übliche Art und Weise Farbe zu Papier bringt.

Die auch an anderer Stelle erwähnten 'Operationen mit bloßen Händen' fallen meines Erachtens ebenfalls unter Physical Mediumship, weil dabei Phänomene auf der physischen Ebene für alle Anwesenden sichtbar sind. Diese Methode wird hauptsächlich in den Philippinen und in Brasilien angewendet, um ungebildeten Menschen glaubhaft zu machen, dass tatsächlich eine Heilung stattfindet. Bei uns sind heutzutage teure hochkomplizierte Apparate oder Medikamente nötig ... aber den Schlauen genügt manchmal auch ihr Gottvertrauen  ... und Handauflegen, um auch körperliche Symptome zum Verschwinden zu bringen. Ja, bei manchen ist nicht einmal das notwendig, denn 'Gott ist gnädig' und nimmt nix persönlich. Dennoch: Bei einem durchgebrochenen Blinddarm wäre ich die erste, die auf den O.P.-Tisch hüpft, denn da hilft Beten nix mehr! Ausserdem gibt es durchaus SchulmedizinerInnen, die Fachwissen 'vom Feinsten' mit exzellenten Heilerfähigkeiten verbinden (ob sie sich selber dessen bewusst sind oder nicht, die Geistige Welt hilft allen, die von Herzen Gutes bewirken wollen!)

Weil diese Dinge schon vielen Menschen nachvollziehbar Hilfe und Heilung gebracht haben, möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, wie unverantwortlich es ist, zu behaupten, das sei alles Humbug - das tun auffallenderweise immer nur diejenigen Leute, die nie persönlich bei so einer Heil-Sitzung eines anerkannten Mediums dabei waren (vermutlich weil sie selber zu viel Angst davor haben!). Scharlatane gibt es überall - auch bei Schulmedizinern - das heißt doch nicht, dass die Methode deswegen nichts taugt! Daher bitte ich Sie herzlich, von abschätzigen Kommentaren Abstand zu nehmen, weil Sie damit anderen Menschen eine wertvolle Chance wegnehmen (und letztlich nur die eigene Ignoranz zur Schau stellen).

Was 'den ganzen Raum' zu Tränen rühren kann, ist 'Tabledancing'. Vermutlich denken manche Leser da an was ganz anderes. Wovon ich berichte: Zwei bis vier Spirituelle Medien stehen 'rund um' ein dreibeiniges Holztischchen, legen ihre Hände auf die Tischplatte, die Runde (nein, nicht nur ich, sondern das gesamte im Kreis drumrum sitzende Publikum) singt mit kräftiger Stimme fröhliche Lieder, schunkelt im Takt mit und das Tischchen beginn zu schaukeln und zu wandern, sucht sich eine Person im Publikum, auf die es zielgerichtet zusteuert und mit der es eine Weile auf Tuchfühlung geht. Die Person bricht in Tränen der Freude und Rührung aus und berichtet hinterher z.B., es habe sich genauso angefühlt, als würde die (verstorbene) Oma sie in den Arm nehmen und fest drücken. Man spürt wirklich die Präsenz des geliebten Menschen 'von der anderen Seite'! Das ist auch eine Art von Physischer Manifestation, auch wenn es nur der Empfänger wirklich spürt - hervorgerufen durch die physische Energie der gesamten Gruppe.  

In meinen Trance-Zirkeln kann für Physical Mediumship 'gesessen' werden, aber ich möchte darauf aufmerksam machen, dass die Geistige Welt die Medien aussucht und dass offenbar nur relativ wenige Menschen die entsprechenden physischen Voraussetzungen mitbringen.

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